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Bericht u. Bilder: Volkmar Stiboy
Gestaltung & Layout: KNL 
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Tag 85 Périgueux relegiöser Tag 08.08.2022 Der Tag fing für mich nicht ganz so früh an wie sonst. Ich war etwas erholt, ausgeruht und gut gelaunt. Mein Morgenprozedere lie f auch etwas entspannter und ruhiger ab, denn ich war allein in dieser Unterkunft. Da ich nur eine Nacht in der Pilgerunterkunft bleiben d urf te, packte ich und ging in einem Straßencafé und frühstückte ausgiebig und in aller Ruhe. Heute trieb mich nichts. Als ich das beendet hatte, suchte ich de n Campingplatz auf, wollte einchecken und erhielt die Auskunft, dass alles belegt wäre. Die Campingplatzbetreiber sahen aber, dass ich mit viel G epä ck auf dem Jakobsweg bin und versuchten alles mögliche. Letztendlich gaben sie mir einen kleinen Platz neben ihrem Wohnmobil. Mehr brauchte ich fü r e ine Nacht auch nicht. Ich richtete mich ein und danach ging ich in die Stadt zurück, um mein Vorhaben die Kathedrale zu besichtigen in die Tat umzu set zen. Ich ging durch die wunderschöne historische Altstadt. Auch der Pilgerweg war hier ausgeschildert und ich brauchte gar nicht w eit laufen. Dies hatte ich bei meiner Übernachtungsplanung komplett vergessen zu berücksichtigen. Nach einer kleinen Pause im Café, setzte ich meinen Weg zur Kathedrale fort und stand auch bald vor dieser. Ich betrat sie un d w ar fasziniert von der architektonischen, bildhauerischen und farblichen Meisterleistung der Künstler mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln an Material und Farben. Ich setzte mich, wie bei jedem offenen Gotteshaus und legte eine Zeit der Stille und des Gedenkens an Andrea ein. Die Kathedr ale war eine beliebte Sehenswürdigkeit und Besuchermagnet, somit war an Stille nicht zu denken, denn durch die schiere Größe des Kirchenschiffes ha llt e selbst ein Flüstern und es entstand ein absolutes Stimmengewirr. Unbeeindruckt davon hielt ich trotzdem inne und konzentrierte mich auf meine Ged ank en. Lange ließ ich alles auf mich wirken. Jetzt ging ich zum Altar für Opferkerzen und zündete, unterhalb des heiligen Antonius, französisch „Sa int Antoine“, eine Kerze für Andrea an und verweilte in stillem Gedenken dort einen Moment, danach begann ich meine Besichtigung der Kathedrale. Die Eindrücke und Gefühle, die ich in dem Moment hatte, waren unbeschreiblich und sind nicht in Worte zu fassen. Meine Gedank en waren nun an dem Punkt, wo ich darüber nachdachte, was wohl die Pilger im Mittelalter oder frühen Neuzeit im 16. und 17. Jahrhundert empfunden ha ben mögen, wenn sie diese Kathedrale zur Pilgermesse betreten haben. Für mich gehören religiöse Pilgertage zu meiner Pilgerreise dazu, denn das P ilg ern entstand aus dem religiösem Hintergrund. Auf meinem Weg habe ich aber auch viele Menschen kennengelernt, gerade unter den Jüngeren, die das Pilgern als „Langstreckenw and ern“ und eher als Sport betrachteten, was fern ab des eigentlichen Pilgerns ist. Auch nutzten viele das Pilgern als Selbstdarstellung auf ihren Social Media. Was auch immer sie damit bezweckten, erschloss sich mir nicht. Nach meiner Besichtigung, die sehr lange dauerte, setzte ich mich noch einmal in ein Straßencafé und hing meinen Eindrücken, Gef ühlen und Gedanken nach. Wiederum beobachtete ich das geschäftige Treiben und bewunderte die Ruhe und Gelassenheit der Menschen hier.
Die Bedienung bediente entspannt, in den Geschäften wurde nicht hektisch bedient oder beraten, Hier schien jeder ein Lächeln auf den Lippen zu haben und das Geld für seinen Verzehr legte man beim Gehen einfach auf den Tisch. Ich kehrte auf den Campingplatz zurück und genoss die Ruhe und Stille abseits des Stadtlärms. Jetzt versuchte ich wieder Info rma tionen über den Stand der Waldbrände und die dadurch betroffenen Wander - und Pilgerwege zu bekommen. Heute war es der selbe Stand wie gestern. Noch war es eine Empfehlung die Benutzung der Wander - und Pilgerwege zu meiden. Nun widmete ich mich noch meinem Tagebuch und lies den Tag ausklingen.